Wanderung, © Städteregion Aachen, Dominik Ketz

Eisensteinschacht

Stolberg

Förderschacht und Grubenhaus Albertsgrube

In den beiden Gehölzen im Hintergrund befinden sich die Reste des ehemaligen Eisensteinschachtes und des dazugehörigen Grubenhauses. Der Schacht-/Gangkomplex bestand neben dem Eisensteinschacht noch aus einem Wetterschacht und einer 60 m und 90 m Sohle und folgt zwei Klüften/Verwerfungen, die (trotz Aufschüttungen im Jahr 2019) immer noch in der Wiese erkennbar sind.

Die Albertsgrube war konzessioniert auf Zink, Blei und Eisen. Obwohl der Schwerpunkt auf dem Abbau von Zink und Blei lag, wurde aus dem Eisensteinschacht hauptsächlich Limonit (2Fe2O3·3H2O), auch “Eisenstein” genannt, abgebaut. Der Hauptabbau am Eisensteinschacht fand in der Zeit von 1853 bis 1859 statt, als die Albertsgrube an die Hüttengesellschaft “Concordia” zu Eschweiler-Pumpe verpachtet war. Dies war die einzige Periode, in der die Albertsgrube statt als Zink/Bleibergwerk als Eisenbergwerk firmierte. Obwohl der Eisensteinschacht nicht mit den anderen Gängen der Albertsgrube verbunden ist, fließt das zugeleitete Oberflächenwasser über den verschütteten Wetterschacht weiter ab.

Hauptabbauerze Albertgrube:

Bleiglanz (Bleisulfid/PbS/Galenit): Bleiglanz weist einen Anteil von 86,6% Blei auf und enthält neben Schwefel im Stolberger Raum zusätzlich Silber in der Grössenordnung von 100 g bis 1300 g pro Tonne.

Zinkblende (Zinksulfid/ZnS/Sphalerit): Ausgangserz für die Zinkgewinnung. Das Wort Blende leitet sich davon ab, dass Gewicht und metallischer Glanz zwar ein Erz vermuten lassen, sich aber bis Ende des 18. Jh. kein Metall daraus ausschmelzen ließ, was am niedrigen Siedepunkt von Zink liegt.

Schwefelkies (Eisensulfid/FeS2/Pyrit und Markasit): Eher Abfallprodukt des Bergbaus, wurde jedoch teilweise zur Schwefelsäuregewinnung genutzt.

Schalenblende: Paragenese der o. a. drei sulfidischen Erze. Schalenblende stellt das typische Primärerz der Stolberger Lagerstätten dar, musste aber aufwendig aufbereitet (separiert) werden.

Eisenstein (Eisenhydroxid/2Fe2O3·3H2O/Limonit): Der hier abgebaute Limonit wurde als sogenanntes Sekundärerz in der Oxidationszone (also oberhalb des Grundwasserspiegels) durch Verwitterung des Schwefelkieses gebildet.

Im Alltag begegnet uns Limonit vor allem als Rost. Auch Ocker ist nichts anderes als die pulverartige Verwitterungsform. Limonit bildete das wichtigste Eisenerz für die örtliche Eisenindustrie und stellt dies weltweit heutzutage nach Magnetit und Hämatit weiter dar. Obwohl Eisenstein in der Antike eine geringere Rolle bei der Eisenerzeugung spielte, wurde er in unserer Gegend bereits von den Kelten abgebaut und verhüttet, wie Funde im Korkus (auch “Im Kakus” genannte Waldung bei Hastenrath, ca. 4 km entfernt) nahelegen.

(Text: Jens Mieckley)


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52224 Stolberg

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